Kino~Passion ist eine monatliche Film- und Gesprächsreihe
für Menschen mit kleinem oder keinem Einkommen und Alle,
die Lust auf großes Kino und Gespräch haben: Alte und Junge,
Bürgerliche und Arme, Gesunde und Lahme, in Lederjacken
oder Seidenblusen, Miniröcken oder Kapuzenpullovern...

 

 

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Synopsis

Rike - 40, Ärztin aus Europa - verkörpert in ihrer Disposition eine typisch westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert. Wir erleben Rike, wie sie in Köln als Notärztin ihren Alltag bestreitet, bevor sie ihren Urlaub in Gibraltar antritt. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See.
Ziel ist dabei die Atlantikinsel Ascension Island.

Ihr Urlaub ist jäh beendet, als sie sich nach einem Sturm mitten auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Rund hundert Menschen drohen zu ertrinken. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

Für Martina Knoben von der Süddeutschen Zeitung ist Styx „der richtige Film zur rechten Zeit“ und „[…] stellt die moralischen Fragen, die Rike ebenso überfordern wie die westlichen Gesellschaften: Wegschauen und Weitersegeln, während sich vor den Augen eine humanitäre Katastrophe abspielt, geht nicht. Aber soll man Einzelne retten und viele andere sterben lassen? Oder versuchen, allen zu helfen, auch wenn das eigene Boot dabei sinkt?“ Knoben bemerkt zudem: „Der Film bietet keinen billigen Ausweg aus diesem Dilemma, das ist das Ehrliche und Erschütternde an diesem Werk. Seine Kraft zieht er aus dem Spiel seiner Hauptdarstellerin Susanne Wolff, die als Solo-Seglerin Rike gewissermaßen den Westen verkörpert, souverän und sexy.“

Styx fierte auf der Berlinale 2019 Premiere und erhielt den Preis der Ökumenischen Jury und den 2. Platz des Panorama Publikumspreises.

 
 

Nach dem Film 

folgt ein Gespräch mit dem Produzenten des Films, Markos Kantis